Hilfsorganisation

Als Hilfsorganisation setzt sich CARTHANAS e.V. (i. G.) als Interessenvertretung von Gewaltopfern, für eine Sensibilisierung hinsichtlich ihrer Wünsche, Bedürfnisse, Sorgen und Probleme, gegenüber der Gesellschaft, sowie der Politik auf Bundes-, Landes- und Europaebene ein. Neben dem interdisziplinären Austausch wird hierdurch eine Partizipation von Betroffenen ermöglicht, welche das bestehende Opferhilfsnetzwerk erweitert und somit zu einer Qualitätsverbesserung, im Sinne der Gewaltopfer beiträgt.

Aufgabenbereiche

Information, Aufklärung

Netzwerkarbeit

Interessenvertretung für Gewaltopfer auf politischer Ebene

Lotsendienst​

Förderung des interdisziplinären Austauschs (Gewaltopfer, Polizei, Justiz, Kliniken, andere Organisationen)

Kriminalpräventive Projektarbeit/ Opferschutz

Öffentlichkeitsarbeit/ Edukation​

Beratung, Begleitung und Lotsendienst für Betroffene​

Nationale und internationale Kooperationen und Mitwirkung in Forschungsprojekten

Unterstützung Betroffener in ihren Rechten (Vermittlung geeigneter Hilfen und Auskünfte)/ keine Rechtsberatung

Zur Kriminalpräventation:

Da Gewaltopfer ein hohes Risiko aufweisen, nochmals Opfer einer Gewalttat zu werden, widmet sich Carthanas der tertiären, opferbezogenen Kriminalprävention um hiervor (Mehrfachviktimisierungen) vorzubeugen.

Information und Aufklärung

Gewaltopfer sind durch die Gewalttat oftmals mit Situationen, Institutionen, Herausforderungen und Missständen konfrontiert, die bisher unbekannt waren und gegebenenfalls zu einer Überforderung führen können.

Auch die ihnen zustehenden Rechte und Ansprüche sind meist unbekannt, weswegen der Aufklärung eine besondere Bedeutung zukommt.

Opferrechte

Opfern von Straftaten stehen EU-weit bestimmte Opferrechte zu, welche in der Richtline 2012/29/EU festgehalten sind und seitens der Mitgliedsstaaten auf nationaler Ebene umgesetzt werden müssen.

Richtline 2012/29/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Oktober 2012 über Mindeststandards für die Rechte, die Unterstützung und den Schutz von Opfern von Straftaten sowie zur Ersetzung des Rahmenbeschlusses 2001/220/JI

(1) Ziel dieser Richtlinie ist es sicherzustellen, dass Opfer von Straftaten angemessene Informationen, angemessene Unterstützung und angemessenen Schutz erhalten und sich am Strafverfahren beteiligen können

Die Mitgliedstaaten stellen sicher, dass die Opfer anerkannt werden und bei allen Kontakten mit Opferunterstützungs- und Wiedergutmachungsdiensten oder zuständigen Behörden, die im Rahmen des Strafverfahrens tätig werden, eine respektvolle, einfühlsame, individuelle, professionelle und diskriminierungsfreie Behandlung erfahren. Die in dieser Richtlinie festgelegten Rechte gelten für die Opfer ohne Diskriminierung, auch in Bezug auf ihren Aufenthaltsstatus.

Als Gewaltopfer haben Sie folgende Rechte:

  • Recht, zu verstehen und verstanden zu werden
  • Recht auf Information bei der ersten Kontaktaufnahme mit einer zuständigen Behörde
  • Rechte der Opfer bei der Anzeige einer Straftat
  • Recht der Opfer auf Informationen zu ihrem Fall
  • Recht auf Dolmetschleistung und Übersetzung
  • Recht auf Zugang zu Opferunterstützung
  • Unterstützung durch Opferunterstützungsdienste

  • Anspruch auf rechtliches Gehör
  • Rechte bei Verzicht auf Strafverfolgung
  • Recht auf Schutzmaßnahmen im Zusammenhang mit
    Wiedergutmachungsdiensten
  • Anspruch auf Prozesskostenhilfe
  • Anspruch auf Kostenerstattung
  • Recht auf Rückgabe von Vermögenswerten
  • Recht auf Entscheidung über Entschädigung durch den Straftäter im Rahmen
    des Strafverfahrens
  • Rechte der Opfer mit Wohnsitz in einem anderen Mitgliedstaat

  • Schutzanspruch
  • Recht des Opfers auf Vermeidung des Zusammentreffens mit dem Straftäter
  • Recht auf Schutz der Opfer während der strafrechtlichen Ermittlungen
  • Recht auf Schutz der Privatsphäre
  • Individuelle Begutachtung der Opfer zur Ermittlung besonderer
    Schutzbedürfnisse
  • Schutzanspruch der Opfer mit besonderen Schutzbedürfnissen während des
    Strafverfahrens
  • Schutzanspruch von Opfern im Kindesalter während des Strafverfahrens

Des Weiteren müssen betroffene Berufsgruppen, die voraussichtlich mit Opfern in
Kontakt kommen, entsprechend geschult werden, um bei ihnen das Bewusstsein für
die Bedürfnisse der Opfer zu erhöhen und sie in die Lage zu versetzen, einen
unvoreingenommenen, respektvollen und professionellen Umgang mit den Opfern zu
pflegen.

Opferrechte:
EU-Richtlinie 2012/29/EU:

https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:32012L0029&from=en


Opferrechte nach Mitgliedsstaat/ Deutschland:
https://e-justice.europa.eu/171/DE/victims__rights__by_country?GERMANY&action=maximizeMS&clang=de&idSubpage=5&member=1


Europäisches Justizportal, Opfer (Strafverfahren):
https://e-justice.europa.eu/66/DE/victims_criminal_proceedings


Europäisches Justizportal, offizielle, allgemeine Seite:

https://justiz.de/laender-bund-europa/europa/europaeisches_justizportal/index.php


Polizei- Beratung zu Opferrechten, inkl. Videos:
https://www.polizei-beratung.de/opferinformationen/opferrechte/


Victim Support Europe: https://victim-support.eu/


Opferhilfen:

 


ODABS- Online-Datenbank für Betroffene von Straftaten: https://www.odabs.org/


ODABS ist die größte Online-Datenbank deutschlandweit, um Opfern von Straftaten

die Suche nach regionalen Beratungsstellen zu erleichtern

 


Zeugen-Info: https://zeugeninfo.de/


Weißer Ring e.V.: https://weisser-ring.de/

 


Opferhilfe- Hotlines:


Eine Übersicht der wichtigsten kostenfreien Hilfetelefone (Die Erreichbarkeit dieser
Telefonnummern aus dem Ausland wird nicht gewährleistet). In der Bundesrepublik
Deutschland finden Sie auf www.hilfe-info.de:


Hilfetelefon Sexueller Missbrauch: 0800 22 55 530


Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen: 08000 116 016


Hilfetelefon Gewalt an Männer:0800 1239900


berta – Beratung und telefonische Anlaufstelle:0800 30 50 750


Elterntelefon:0800 11 10 550


Hilfetelefon Schwangere in Not:0800 40 40 020


Medizinische Kinderschutzhotline:0800 19 21 000


Hilfe-Info für Betroffene von Straftaten (Informationen zu Hilfs- und
Beratungsmöglichkeiten, Entschädigungsleistungen und zum Ablauf von
Strafverfahren, sowie Beratungsstellen-Finder zu Hilfsangeboten in ihrer Nähe mit
telefonischer, Online- oder persönlicher Beratung, herausgegeben durch das

Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz): https://www.hilfe-info.de/WebS/hilfeinfo/DE/Home/home_node.html


Publikationen des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucher (BMJV):
Beratungs- und Prozesskostenhilfe:
https://www.bmjv.de/SharedDocs/Publikationen/DE/Beratungs_PKH.pdf?__blob=publicationFile&v=21


Opferfibel des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz (BMJV). Die
Informationsbroschüre kann auf der Homepage (des BMJV) entweder als pdf
heruntergeladen oder kostenlos bestellt werden.


https://www.bmjv.de/SharedDocs/Publikationen/DE/Opferfibel.pdf?__blob=publicationFile&v=19


Merkblatt für Opfer einer Straftat (Bundesministerium für Justiz und
Verbraucherschutz):
https://www.bmjv.de/SharedDocs/Publikationen/DE/Opfermerkblatt.pdf?__blob=publicationFile&v=15


Opferentschädigung:


Informationen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales:
https://www.bmas.de/DE/Soziales/Soziale-Entschaedigung/Opferentschaedigungsrecht/opferentschaedigungsrecht.html


EU-Richtlinie 2004/80/EG : https://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2004:261:0015:0018:DE:PDF


Gesetz zur Änderung des OEG und anderer Gesetze, vom 06.12.2000 (Staatsanwaltschaft
Stuttgart- Justiz): https://staatsanwaltschaft-stuttgart.justiz-bw.de/pb/site/jum/get/documents/jum1/JuM/import/zentrale-objekte-multilink/pdf/a/A719.pdf


Menschenrechte:


Netzwerk- Menschenrechte: https://www.netzwerk-menschenrechte.de/

Deutsches Institut für Menschenrechte: https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/

 

Gesetze im Internet:


Strafgesetzbuch (StGB): http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/
Gewaltschutzgesetz (GewSchG): http://www.gesetze-im-internet.de/gewschg/
Zeugenschutzharmonisierungsgesetz(ZSHG): http://www.gesetze-im-internet.de/zshg/index.html

Strafprozessordnung (STOPP): http://www.gesetze-im-internet.de/stpo/index.html
Bürgerliches Gesetzbuch (BGB): http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/
Opferentschädigungsgesetz (OEG): http://www.gesetze-im-internet.de/oeg/index.html
Jugendgerichtsgesetz (JGG): http://www.gesetze-im-internet.de/jgg/
Zivilprozessordnung (ZPO): https://dejure.org/gesetze/ZPO
Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland (GG): http://www.gesetze-im-internet.de/gg/BJNR000010949.html
Gesetz über die psychosoziale Prozessbegleitung im Strafverfahren:
http://www.bmjv.de/DE/Themen/OpferschutzUndGewaltpraevention/Prozessbegleitung/PsychPbG.pdf?__blob=publicationFile&v=1


Konventionen:


Istanbul- Konvention: https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/publikationen/verhuetung-und-bekaempfung-von-gewalt-gegen-frauen-und-haeuslicher-gewalt-122282